Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich das Glück, mit einem Garten zu leben. Seit 2011 ist es ein "Strebergarten" in einer Kleingartenanlage. Von Streber- statt Schrebergärten zu sprechen, war zunächst Ausdruck meines Unwohlseins: Meinen Augen, meinem Verstand und meinem Herzen tun "ordentliche" Gärten nicht gut. >>Die 20-Jährige in mir fühlt sich nicht selten persönlich getroffen...
Nüchtern betrachtet ist es natürlich nicht die Intention der "ordentlich" Gartelnden, gegen die Natur zu arbeiten - sie haben eine Idee, wie ihr Garten zu sein hat und streben danach, sie umzusetzen. So gesehen ist "Strebergärtner:in" schlicht eine Beschreibung.
Eine meiner Gartennachbarinnen erzählt immer wieder, wie
wichtig ihr "Struktur" ist.
Sie empfindet Wildkräuter wie auch viele Tiere als
Eindringlinge und ist bemüht, ihre Beete "sauber" zu halten.
Ihr theoretisch durchaus vorhandenes Wissen um ökologische
Zusammenhänge scheint keine Umsetzung finden zu können, weil
das ihren Konzepten/Ideen und ihren inneren Bedürfnissen
zuwiderlaufen würde.
Schaue ich mit meiner Ökotanten-Brille auf "ordentlich" Gartelnde, bin ich fassungslos, finde sie ignorant und verantwortungslos.
Wohlwollend als Nachbarin, Buddhistin oder Psychotante geschaut, ist Mitgefühl und Verständnis da. Das Leben im Strebergarten ist halt nicht anders als das Leben außerhalb oder "innen drin"... Auch im Garten möchten wir uns so gut wie möglich fühlen und unser Tun ist weitgehend abhängig von unseren Konzepten und Bedürfnisen.

Meine Grundidee im Strebergarten ist, dass ich dort eines von unzähligen fühlenden Wesen bin und so möchte ich mich auch benehmen. Mein Bedürfnis ist, dass wir alle unseren Platz finden - Pflanzen, Tiere und ich. Und ja, am liebsten wäre ich mit diesem Garteln ein Vorbild oder zumindest ein sichtbarer Appell... Boomer-Ökotante halt ;)

Auf den Unterseiten von "Mein Strebergarten" möchte ich ab Frühjahr 2027 mehr von meinem Im-Garten-Sein erzählen und zeigen - vom
und von einigen der vielen Herausforderungen beim Garteln:
